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Arthrose
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Therapieansätze

Medikamentöse Therapie:

Befindet sich das Gelenk in einem entzündlichen Stadium, so ist der Einsatz von entzündungshemmenden Medikamenten oft sinnvoll. Eingesetzt werden:
1. Pflanzliche Produkte wie: Ananasenzyme oder Teufelskralle, Brennnessel- und Weißdornextrakt.
2 Entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (z.B. Diclofenac) oder Cox 2 Hemmer (z.B. Celebrex)
3. Entzündungshemmer in Kombination mit Kortison. Zu beachten ist allerdings, dass ein unkritischer Einsatz dieser Medikamente über Monate auch Nebenwirkungen mit sich bringt. Nicht nur der Stoffwechsel der Entzündungszellen wird gehemmt, sondern auch derjenige, der ohnehin schon geschädigten Knorpelzellen. Daneben kommt es häufig zu Nebenwirkungen im Bereich des Magen-Darm-Traktes, was den Einsatz von Magenschutzpräparaten erfordert. Auch die Gefahr von Gelenksnekrosen bei oftmalig wiederholten Gelenksinfiltrationen mit kortisonhaltigen Präparaten darf nicht unterschätzt werden.

Fazit: Die wiederholte Anwendung von entzündungshemmenden Medikamenten (Rheumamittel, Cortison) schwächen den Knorpel nachhaltig.

Physikalische Therapie:

Zahlreiche physikalische Verfahren können über eine positive Beeinflussung der Entzündungsaktivität, der Durchblutung und der muskulären Entspannung, eine Schmerzlinderung bei Arthrose erreichen. Hierzu gehören:

Elektrotherapie mit schmerzlindernden oder durchblutungsfördernden Stromformen

Muskelentspannende Bäder

Kälte/Wärmetherapie

Massagen zur Entspannung verhärteter Muskulatur



Fazit: Physikalische Therapie kann Schmerzsymptome lindern, eine ursächliche Therapie ist genau so wenig möglich, wie eine Prophylaxe!

Krankengymnastik:

Auch die Krankengymnastik bietet vielfältige Behandlungsmöglichkeiten. Grundsätzlich werden zwei unterschiedliche Therapiekonzepte unterschieden. Zum einen hat krankengymnastische Therapie die Aufgabe, Weichteile und Gelenke zu mobilisieren, zum anderen zu stabilisieren. Vorrausetzung für eine gezielte krankengymnastische Therapie ist, das auch hier vor Therapiebeginn das Hauptproblem des betroffenen Bewegungssegments herausgefiltert, also eine Diagnose gestellt wird. Da sich häufig überbewegliche (hypermobil oder instabil) und minderbewegliche Bewegungssegmente in direkter Nachbarschaft an unserem Bewegungsapparat befinden, ist die individuelle Anpassung der durchzuführenden therapeutischen Maßnahmen eine ständige Herausforderung an unsere Physiotherapeuten. Sie müssen während der Mobilisierung eines Gelenkes die Zugwirkung und Kraftwirkung auf benachbarte, möglicherweise instabile Bewegungssegmente berücksichtigen und diese vor den mobilisierenden Kräften des zu behandelnden Gelenkes schützen. Ist dies gewährleistet, lassen sich durch krankengymnastische Techniken Gelenke in ihrer Funktion verbessern, Kapselschrumpfungen verhindern, Gelenke stabilisieren und unsere Muskulatur für Alltags- aber auch sportliche Belastungen vorbereiten. Des Weiteren werden in der krankengymnastischen Behandlung Fehlbelastungen im Alltag aufgespürt und durch Erlernen praktikabler Übungsanwendungen unseren Patienten die Möglichkeit gegeben, eigenverantwortlich in ihrer Therapie mitzuarbeiten. Unsere Patienten erlernen damit Techniken und Verhaltensmaßnahmen, wie sie dauerhaft Fehlhaltungen und Fehlbelastungen verbessern oder vermeiden können.
Fazit:
Krankengymnastik dient der Mobilisation und Stabilisation von Gelenken und Weichteilen. Darüber hinaus dient sie der Patientenschulung, um dauerhaft Fehlbelastungen zu vermeiden

Operativ:

„So wenig wie möglich, so viel wie nötig“ sollte der Grundsatz sein, die Realität ist oft nahezu umgekehrt. Von der ärztlichen Ausbildung an den Kliniken über die klinische Forschung bis hin zu unseren Krankenkassensystemen dreht sich im Bereich des Bewegungsapparates nahezu alles um den Einsatz operativer Verfahren. Diese bestimmen immer mehr das ärztliche Handeln von der Diagnose bis zur Therapie. Sogar die Hüftprothese (TEP), einst unübertroffen in der Verbesserung der Lebensqualität im Vergleich zu allen anderen operativen Maßnahmen am Menschen, hat durch den Einsatz an immer jüngeren Patienten in Punkto Patientenzufriedenheit drastisch verloren und erfordert bei jüngeren Patienten (<60J) im Verlauf häufig einen Wechsel des Kunstgelenkes. Dennoch setzt sich der Trend, immer jüngere Patienten durch den Einsatz sog. „minimalinvasiver“ Techniken zu operieren, scheinbar fort. Diesem Trend stehen wir kritisch gegenüber und zeigen mit unserem Behandlungskonzept, dass auf einen künstlichen Gelenkersatz meist verzichtet werden kann.
Fazit: Es wird viel zu viel und viel zu früh operiert und leider setzt sich dieser Trend fort. Wir zeigen täglich aufs neue, dass mit geeigneten konservativen Verfahren die Operation oft vermeidbar ist, oder zumindest noch lange hinausgeschoben werden kann.

Einsatzbereiche, bei denen die Operation oft eine sinnvolle Maßnahme darstellt und konservative Alternativen sehr begrenzt wirksam sind:

Tragachsen:
Behandlung von Achsenfehlstellungen
Es kann durchaus sinnvoll sein, ausgeprägte Achsenfehler in unserem Bewegungsapparat operativ zu korrigieren. Sollten diese Achsenfehler bei unseren jungen Patienten während dem Wachstum auftreten, kann eine rechtzeitige Diagnosestellung und Behandlung möglicherweise später viel größere operative Eingriffe vermeiden helfen.

Knorpelersatz:

Handelt es sich um einen in seiner Größe und Lokalisation klar definierten, meist durch einen Unfall hervorgerufenen Knorpeldefekt, so können die Verpflanzung von Knorpel- oder Knochenzylindern sowie der Einsatz von gezüchtetem körpereigenem Gewebe sinnvoll sein. Bei „Schleifdefekten“, wie sie bei der typischen verscheißbedingten Arthrose entstehen, kommen diese Methoden nicht sinnvoll zum Einsatz.

Fremdkörper im Gelenk:

Eingerissene Meniskusteile, abgesprengte Knorpelknochenstücke und sonstige mechanische Hindernisse, die das Gelenk in seiner freien Beweglichkeit stören, können durch kleinere, meist arthroskopisch durchgeführte Eingriffe, entfernt werden. Sie können ansonsten wie Sand im Getriebe die Mechanik des Gelenkes nachhaltig stören und Wegbereiter für arthrotische Veränderungen sein.

Gelenkersatz:

Wurde eine entsprechende suffiziente Prophylaxe für die Arthrose Entstehung (siehe oben) versäumt oder führten andere Gründe zum Verlust der Knorpelflächen, so gibt es die Möglichkeit des Gelenkersatzes durch künstliche Materialien (Gelenkprothese, künstliches Gelenk). Auch dies hilft mitunter in der Reduzierung der Überbelastung angrenzender Gelenkstrukturen. Dennoch sehen wir den Trend zum Einsatz künstlicher Materialien an unseren Gelenken kritisch. Die konsequente Anwendung (oben genannter) prophylaktischer und therapeutischer Maßnahmen zur Reduzierung des Gelenkdruckes, führen oft so dauerhaft zu einer Beschwerdeverbesserung, dass diese letzte Möglichkeit des operativen Gelenksersatzes meist über viele Jahre hinausgeschoben, wenn nicht sogar verhindert werden kann.


Dr. med. Andreas Kreutz • Niederndorfer Hauptstr. 63 • 91074 Herzogenaurach


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