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1. Familiäre (genetische) Disposition:
Wir wissen heute, dass die Stoffwechselleistung der Knorpelzellen in erheblichem Maße von unseren Genen gesteuert und beeinflusst wird. So gibt es Familien, bei denen trotz hoher körperlicher Belastung über das gesamte Leben eine Arthrose erst in hohem Alter oder auch gar nicht auftritt. In anderen Familien jedoch, kommt es trotz normaler oder im Vergleich geringer körperlicher Belastung zur Entstehung von Gelenksarthrosen schon im mittleren Lebensalter. Diese frühe Arthroseentstehung zieht sich durch die Familienanamnese wie ein roter Faden und bestätigt wissenschaftliche Untersuchungen die nachweisen, dass die genetische Disposition einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung von Arthrosen hat. Unsere Erbmasse können wir nicht ändern. Jedoch besteht die Möglichkeit auf den Stoffwechsel der Knorpelzellen durch den Einsatz von speziellen Nahrungsergänzungsmitteln positiven Einfluss zu nehmen.
2. Ernährung/Mangelernährung:
Knorpelgewebe ist in der Evolution eines der ältesten Gewebe in unserem Körper. Es ist für die Übertragung von Kräften an unseren Gelenken und den Erhalt ihrer Beweglichkeit nahezu perfekt von der Natur konzipiert. Über Jahrmillionen hat es dem Menschen bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 30 bis 40 Jahren hervorragende Dienste geleistet. Heutzutage liegt die durchschnittliche Lebenserwartung mehr als doppelt so hoch, woraus sich die Notwendigkeit eines viel längeren Erhalts und demzufolge einer längeren Ernährungsperiode des Knorpelgewebes ergibt. Hierauf basiert das Konzept der Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln. Diese sollten neben den Grundbausteinen für den Gelenkknorpel wie Chondroitin und Glucosamin auch Schwefelstoffe für den Aufbau des kollagenen Fasergerüsts und Mangan enthalten. Internationale hochwertige Studien an tausenden von Patienten insbesondere mit Knie und Hüftarthrosen, aber auch Arthrosen, z.B. an den Fingern, zeigen, dass insbesondere die kombinierte Gabe von Chondroitin und Glucosamin unsere Knorpelzellen denjenigen Rahmen an Stoffwechselleistung ausschöpfen lassen, den uns unsere Gene vorgeben. Die endgültige Knorpelmasse ist mit Abschluss des Wachstums erreicht. Damit müssen wir haushalten! Verloren gegangener Knorpel, genauer gesagt, verloren gegangene Knorpelzellen, können nicht ersetzt werden. Die Ernährung des Knorpelgewebes wird nach Wachstumsende nicht mehr durch Blutgefäße, sondern nur noch über die Gelenkflüssigkeit gewährleistet. Diese wird von der Gelenkschleimhaut gebildet. Zur optimalen Verteilung derselben im Gelenk ist eine ausreichende Bewegung notwendig, die wiederum oft durch die Gelenkveränderungen bei Arthrose mehr und mehr eingeschränkt ist. Nur eine gute Ernährungssituation des Knorpels jedoch sichert die ausreichende Elastizität und somit Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Abrieb (Verschleiß). Wird der Knorpel überlastet, oder wurde er durch traumatische Ereignisse verletzt, herrschen ungünstige Ernährungsverhältnisse oder haben wir durch unsere Erbanlagen bedingt einen weniger widerstandsfähigen Knorpel, so geht Knorpelsubstanz schneller verloren. Hier handelt es sich jedoch primär meist nicht schon um den Verlust von Knorpelzellen, sondern erst einmal um den Verlust von Bausteinen innerhalb der Knorpelmatrix (wird von den Knorpelzellen gebildet), also dem eigentlichen Knorpelgewebe. Dieser Verlust ist anfangs noch umkehrbar und stellt noch keine Arthrose im klassischen Sinne dar. Dennoch wirken diese Substanzen, die aus dem Knorpel in die Gelenkflüssigkeit frei gesetzt werden, als Reiz- und Signalstoffe für die Gelenkkapsel, die mit einer Schrumpfung, also strukturellen Verkürzung der Kapsel reagiert. Dieser Prozess ist schmerzfrei, wir können ihn nicht spüren. Wir sehen aber bei der Untersuchung unserer Patienten an Hand einer speziellen Bewegungsprüfung der Gelenke Hinweise auf arthrotische Veränderungen des Gelenkes, viele Jahre bevor die ersten Folgeerscheinungen in bildgebenden Verfahren wie Kernspinntomographie oder noch später im Röntgen sichtbar werden noch lange bevor die ersten Schmerzen auftreten. Durch die Schrumpfung der Gelenkkapsel kommt es zu einer Verkürzung der Muskulatur, dadurch und schmerzbedingt zu einer Schonhaltung. Dies beschleunigt wiederum die Kapselschrumpfung und so dreht sich die Spirale der Arthroseentstehung letztlich immer schneller. Der Druck auf den Gelenkknorpel wird immer höher, der Knorpel fühlt sich wie ein Kugellager in einem Schraubstock, der ständig weiter zugedreht wird. So lange sich die Kugeln im Kugellager noch drehen, ist der Verschleiß nur etwas erhöht. Kommt es jedoch zur Blockierung der Kugeln, wird das Kugellager durch den Druck des Schraubstockes heiß, der „Turbo“ in der Zerstörung des Kugellagers hat sich zugeschaltet. Ähnlich verhält es sich in unseren Gelenken. Steigt der Druck über eine gewisse Schwelle an, wechselt die Geschwindigkeit der Arthrose von einer langsamen, sich steigernden Abnutzung zu einem sehr schnellen Fortschreiten der Zerstörung. Oft wird der Prozess erst jetzt durch das Auftreten von Schmerzen für uns spürbar. Ist der Knorpel vollständig aufgebraucht, reibt Knochen an Knochen und führt zu einer vollständigen Einsteifung des Gelenkes.
3: Überbelastung/Fehlbelastung:
Bedingt durch wiederholt einwirkende mehr oder weniger geringfügige Verletzungen (Mikrotraumatisierung), kommt es in Summe zu Knorpelschädigungen. Hierzu gehört neben anderen eine wiederholte Gelenktraumatisierung z.B. bei Kampfsportlern oder im Rahmen von Sportarten, die zu wiederholten häufigen und intensiven Stoß- oder Druckkräften führen. Des Weiteren wird die Schädigung durch eine ungünstige Gelenkmechanik beschleunigt. Diese kann entwicklungsbedingt, wie z.B. bei O- oder X-Beine, Beinlängendifferenzen, oder als Folgezustand nach Unfällen und Operationen auftreten. Diese Umstände müssen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Bereits im frühen Stadium der Arthroseentstehung kommt es zu einer Verkürzung der Gelenkkapsel. Ähnlich einem langsamen Reiz bei Verlust von Knorpelsubstanz kann eine Gelenksinaktivität, z.B. krankheitsbedingt durch Gipsruhigstellung oder nach Operationen, sehr schnell zu einer Kapselverkürzung führen. Auch einseitige berufliche oder sportliche Belastungen können zu einem muskulären Missverhältnis zwischen Beugern und Streckern eines Gelenkes führen und stellen häufige Wegbereiter für eine eingeschränkte Gelenksbeweglichkeit dar. Dadurch erhöht sich wiederum die Druckeinwirkung, vor allem auf den Gelenkknorpel und verschlechtert dessen Ernährungssituation. So greifen einzelne Schädigungsursachen und Entstehungskriterien wechselseitig ineinander und treiben die Drehung der Spirale für die Arthroseentstehung ständig an.
Fazit: Die wichtigsten Ursachen für Arthrose sind: Erbliche Veranlagung, Mangelernährung, Über-/Fehlbelastung und Unfälle |
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