|
Ultraschalluntersuchung der Säuglingshüften: Innerhalb der ersten Tage nach der Geburt sollte eine Ultraschalluntersuchung der Hüften zum Ausschluss einer Hüftreifungsstörung durchgeführt werden. Eine weitere Kontrolle ist im Alter von sechs Wochen sinnvoll. Mit dem Ultraschallsystem nach Prof. Graf kann mit der Ultraschalltechnik eine sichere Beurteilung der Hüftreifung dargestellt werden. Da die Therapiedauer unter anderem mit dem Alter des Säuglings bei Beginn der Therapie abhängt, ist eine frühzeitige Untersuchung sinnvoll. Wie auch für andere Ultraschalluntersuchungen sind für diese Untersuchungsmethode keine Nebenwirkungen bekannt.
Fußdeformitäten: In diesem Alter sehen wir häufig Fehlentwicklungen des Fußskelettes und Achillessehnenverkürzungen. Eine frühzeitige Erkennung mit entsprechender Einleitung einer sachgerechten Therapie ist notwendig, um überlange Behandlungszeiten bzw. strukturelle Fehlentwicklungen wie z.B. die Ausbildung eines Klump- oder Sichelfußes zu vermeiden. Gerade bei der Achillessehnenverkürzung sollte bei ausbleibendem konservativem Therapieerfolg im Alter von sechs Monaten über operative Maßnahmen entschieden werden.
KISS-KIDD – Syndrom: Diese Krankheitsbilder beschreiben eine Störung der Bewegungs- und Verhaltensmuster der betroffenen Säuglinge (KISS: Kopfgelenks-induzierte Symmetrie Störung) und Jugendliche (KIDD: Kopfgelenks-induzierte Dyspraxie und Dysgnosie), die auf eine Fehlpositionierung (Blockierung) des obersten Halswirbels, des Atlas zurückgeführt werden. Zum Teil treten diese Blockade auch im Bereich des 2. Halswirbels (Axis) und der Kreuz-Darmbeingelenke (SIG = Sacroiliacalgelenke) auf. Dies kann eine Ursache dafür sein, dass die Säuglinge den Kopf nicht in eine Richtung drehen können, auch nach Nahrungsaufnahme und Ausschluss der anderen häufigen Ursachen auffällig viel schreien, im weiteren Verlauf nachts nicht durchschlafen können oder altersentsprechende Bewegungsmuster nicht oder mit auffälligen Symmetriestörungen durchführen. Auch im späteren Lebensalter kann diese Problemkette zu einem Hindernis bei der Entwicklung der Sprache, Motorik und anderen Verhaltensmustern führen. Mildere Formen werden zum Teil erst im Schulalter durch Konzentrationsstörungen und einer verzögerten Lernentwicklung auffällig. Neben einer entsprechenden Anamnese, über die Eltern, dient uns die sorgfältige manualtherapeutische Untersuchung der Halswirbelsäule als entsprechendes Instrument zur Diagnosestellung. Für die Therapie dieses Syndroms bedienen wir uns manualtherapeutischer Grifftechniken sowie der Atlastherapie nach Arlen. Sie ist für unsere jungen Patienten gefahrlos durchzuführen und kann mehrfach wiederholt werden. Die Therapie erfolgt ohne eine Bewegung des Kopfes bei liegendem Kind. Diese Therapieform hat mit unseren therapeutischen Techniken zur Manipulation der Halswirbelsäule beim Erwachsenen nahezu nichts gemein. Eine entsprechende erfolgreiche Behandlung des Atlas kann weitreichende Vorteile für die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder haben. |
|